Der Ortsname Silixen
Bereits im Landschaftsregister von 1467 findet sich der Ortsname Silixen in der noch heute verwendeten Schreibweise. Anläßlich der Ersterwähnung in Jahre 1267 wurde der Name noch Silikessen geschrieben. Unsere Ortsnamen sind in der Regel nach dem Schema BESTIMMUNGSWORT + GRUNDWORT aufgebaut. Ein solches Grundwort ist z.B. -hausen, welches seit dem 17. Jahrhundert die gebräuchlichste verhochdeutschte Form des mitteldeutschen husen ist. Das Grundwort husen wurde in vielen Fällen schon früh zu einer Endsilbe -sen verkürzt. Es liegt die Vermutung nahe, dass es sich bei Silixen > Silikessen genauso verhält. Es kommt nun darauf an, ob ein passender Personenname nachweisbar ist. Im Verzeichnis der Schenkungen an das Kloster Corvey bei Höxter, den so genannten Corveyer Traditionen, wird unter den Zeugen einer Schenkung des Wigbern ein Silec genannt. Es ist die einzige bislang nachweisbare Nennung dieses Namens innerhalb der altsächischen Überlieferung. Die Schenkung steht ziemlich am Ende der älteren Reihe der Corveyer Traditionen und dürfte aus der Zeit um ca. 870 n.Chr. stammen. Damit besteht – vor allem angesichts der Seltenheit des Namens – eine große Wahrscheinlichkeit, dass der genannte Silic selbst oder ein gleichnamiger Vorfahr der namengebende Grundherr Silixens war.
Quelle: Wofgang Schanz: Silixen – Die Geschichte des Dorfes bis 1806. Herausgegeben vom Heimatverein Silixen 2006. Beitrag von Roland Linde
Kükenbruch (älteste Form Kückenbrock) ist zusammengesetzt aus “cuc” = Moder, Schmutz und “brock” = Sumpf. Es gibt gerade in unserer Gegend viele verwandte Flurnamen, z.B. den Kükenbrink in Eisbergen, die Kükenshove in Bethel usw., vgl. Kucksiepen in Wuppertal. Die Ableitung von “Kuike”, plattdeutsch = Vogelbeere ist eine irrtümliche Deutung des Namensforschers Preuß.
Laßbruch und Laßbach (älteste Formen Lasbrock und Lasb eke) kommen von “las” = Sumpfwasser, wie auch Loßbruch bei Detmold, Laasphe an der Lahn, Laßbach an der Jagdst. Die verbreitete Ableitung von plattdeutsch “las” = Lachs wird von der Forschung ausdrücklich verworfen, weil diese Fische in kleinen Bächen in sumpfigem Gelände nicht vorgekommen sind.
Maßbruch (älteste Form Masbrok, zw. Laßbruch + Almena) stammt von “mas” = Moor (vgl. Massen bei Unna, Maspe in Lippe) und hat nichts mit “Mast” zu tun.
Alle Namen in den Orten, die zur Kirchengemeinde Silixen gehören, führen uns in ein Zeitalter, in dem unsere Heimat überwiegend von sumpfigen Wäldern bedeckt war.
Quelle: Hans Bahlow, Deutschlands geographische Namenswelt, Frankfurt am Main 1965. Ältere Bücher sind durch diese grundlegende Arbeit veraltet.